Gemeinde Benningen

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Kelten - Römer - Franken

Im Jahr 779 wurde Benningen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Graf Kunibert schenkte seine Besitzungen in Benningen dem Kloster Fulda.

Doch schon in der Jungsteinzeit ab 5.400 v. Chr. war dieser Ort am Südufer des Neckars besiedelt. Bodenfunde aus dieser Zeit, ebenso aus der Bronze- und Eisenzeit, belegen dies. In diesem Raum lebte der Volksstamm der Kelten, die auch dem Fluss den Namen "Neckar" gaben.

85 n. Chr. besetzten die Römer das Land und errichteten hier ein Holzkastell, um 145 n. Chr. ein Kastell aus Stein. Die 24. Kohorte der freiwilligen römischen Bürger (Cohors XXIV Voluntariorum Civium Romanorum) unter dem Befehl des Publius Quintius Terminus tat hier ihren Dienst. Neben dem Kastell entstand ein ziviles Lagerdorf der VICANI MVRRENSES „der Dorfbewohner an der Murr (-Mündung)“ mit Händlern, Handwerkern, Wirten, Bauern und Angehörigen der Soldaten.

Doch schon in der Jungsteinzeit ab 5.400 v. Chr. war dieser Ort am Südufer des Neckars besiedelt. Bodenfunde aus dieser Zeit, ebenso aus der Bronze- und Eisenzeit, belegen dies. In diesem Raum lebte der Volksstamm der Kelten, die auch dem Fluss den Namen "Neckar" gaben.

85 n. Chr. besetzten die Römer das Land und errichteten hier ein Holzkastell, um 145 n. Chr. ein Kastell aus Stein. Die 24. Kohorte der freiwilligen römischen Bürger (Cohors XXIV Voluntariorum Civium Romanorum) unter dem Befehl des Publius Quintius Terminus tat hier ihren Dienst. Neben dem Kastell entstand ein ziviles Lagerdorf der VICANI MVRRENSES „der Dorfbewohner an der Murr (-Mündung)“ mit Händlern, Handwerkern, Wirten, Bauern und Angehörigen der Soldaten.

150 n. Chr. verlegten die Römer den Limes weiter nach Osten, die 24. Kohorte verließ das Benninger Kastell und zog nach Murrhardt. Das Lagerdorf aber blieb bestehen, die Mauern des Kastells trug man nach und nach ab und verwandte die Steine zum Hausbau. Über die Jahrhunderte vergaß man, dass die Römer an diesem Ort ein Kastell errichtet hatten.

Um 259/60 n. Chr. eroberten die Alemannen das Land. Die Sweben, später Schwaben genannt, siedelten sich hier im Raum an. Einer ihrer Sippenführer war Bun(n)o, von ihm hat der Ort seinen Namen. Seine Sippe nannte man "die Bunninge", daraus wurde "zu den Bunninge". Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das "u" zu "ü", dann zu "i". Erst zwischen 1740 und 1810 bildete sich der Name Benningen.
Als die Franken im 8./9. Jahrhundert die Oberhoheit in diesem Gebiet erlangt hatten und mit ihnen das Christentum kam, erhielt der Ort seine erste Kirche. Im 12. Jahrhundert wurde der einfache Holzbau durch eine Kirche aus Stein ersetzt, der der heiligen Anna geweiht wurde. Um 1500 wurde das Kirchenschiff vergrößert und erhielt seine heutige Gestalt.

1351 überließ die verarmte Katharina von Veringen ihre Besitzungen in Benningen zum Dank für erhaltene Unterstützung ihren beiden Vettern, den Grafen Eberhard II. und Ulrich IV. von Württemberg. 1497 ging ganz Benningen in den Besitz des Herzogtums Württemberg über.

1579 entdeckte Simon Studion, Präceptor an der Marbacher Lateinschule, einen römischen Weihestein, der in die Wand eines Weinkellers eingemauert war. Simon Studion veranlasste 1597 Ausgrabungen im Kastell und zeichnete die ersten Pläne der Bodenfunde. Doch erst 1889 erkannte man durch gezielte Grabungen, dass es sich bei den Mauerzügen um die Überreste eines Kastells handelte.

Im Jahr 1600 baute man das erste Rathaus in Benningen, 1603 wurde die große Kelter angebaut. Heute ist dieser schöne Fachwerkbau Treffpunkt für kulturelle und auch private Veranstaltungen. Die Seniorenbegegnungsstätte und der Jugendclub finden Platz unter seinem Dach. Beim Bau des Rathauses 1971 gelang es, ein Teilstück einer römischen Straße freizulegen. Dieses Straßenstück konnte erhalten werden und ist heute offen zugänglich. Die Funde, die beim Rathausbau entdeckt wurden, sind in einer kleinen frühgeschichtlichen Abteilung des Museums im Adler ausgestellt.

Heute ein aufstrebender Ort

Im Dreißigjährigen Krieg musste man auch in Benningen schwere Verluste hinnehmen. 1626 fielen so viele Bürger der Pest zum Opfer, dass ein neuer Friedhof außerhalb des Ortes angelegt werden musste; der Kirchhof oberhalb der Wehrmauer war zu klein. Heute liegt der neue Friedhof mitten im Ort und ist wegen seiner dort nistenden Waldohreulen ein Naturdenkmal.

1630 erbaute Melchior Hirschmann das Gasthaus zum Adler, nachdem Benningen schon seit 1618 eine Brücke besaß, wodurch der Ort auch für Durchreisende attraktiv wurde. Das Gasthaus zum Adler war die erste Schildwirtschaft am Ort, der Wirt durfte auch beherbergen und nicht nur verköstigen. Sein Urenkel Melchior Hirschmann, Schultheiß, errichtete 1742 das heutige Gebäude mit Renaissance-Fachwerk. Heute ist in diesem Gebäude das volkskundliche Museum im Adler mit Themen aus der Alltagskultur mit römischer Abteilung.

1693 fielen die Franzosen ein, brannten Marbach nieder und richteten auch in Benningen großen Schaden an. Das Kirchenbuch, als wichtigstes Dokument des Ortes, hatte man zur Sicherheit in Marbach eingelagert. Es verbrannte mit allen anderen.

1785 - 87 baute man in Fronarbeit eine überdachte Neckarbrücke, die bis 1945 bestand. Durch Sprengungen halb zerstört, wurde sie Anfang der 50er Jahre abgerissen und durch die heutige Spannbetonbrücke ersetzt.

Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten viele Benninger Bürger aus, um der Armut und der Not zu entgehen. Die meisten gingen nach Nordamerika, um dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Unter ihnen war auch Gottlieb Storz, ein junger Küfergeselle, der in Amerika zu großem Reichtum kam. Er spendete für seine alte Heimatgemeinde im Laufe seines Lebens so viel, dass er zum Ehrenbürger ernannt wurde.
1876 wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Bietigheim nach Backnang begonnen. Benningen erhielt bei der Einweihung 1879 einen Bedarfshalt an der Strecke. Dies bewirkte eine schnelle Entwicklung der Gemeinde, denn nun siedelten sich handwerkliche und industrielle Betriebe an. Aus dem ursprünglichen Weingärtner- und Bauernhof wurde eine Gewerbe-, Industrie- und Wohngemeinde.

Im zweiten Weltkrieg gab es auch in Benningen einige Schäden zu beklagen. Im April 1945 wurde sowohl der Eisenbahnviadukt nach Marbach als auch die alte Holzbrücke über den Neckar gesprengt. In den Zeiten nach 1945 erfolgte eine rasante Entwicklung, die sich besonders eindrücklich am Einwohnerzuwachs von 1.800 auf über 5.000 Personen Anfang der Neunziger Jahre ablesen lässt. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurden zahlreiche Wohnbaugebiete vorwiegend oberhalb der Bahnlinie erschlossen. In diese Zeitspanne fiel auch der Bau zahlreicher öffentlicher Einrichtungen wie das Rathaus (1972), die Gemeindehalle (1975), die Einrichtung eines volkskundlichen Museums in die ehemalige Gaststätte „Adler“ (1989) sowie der Umbau des Alten Rathauses und der Kelter zu einem Bürgerhaus (1990).

1980 wurde in Benningen das S-Bahn-Netz im mittleren Neckarraum angeschlossen. Seither existieren attraktive Verbindungen in die Landeshauptstadt und nach Marbach. Mit der Verlegung des 2. Gleises nach Freiberg im Jahr 2009 besteht nun auch die Möglichkeit, die S-Bahn (S4) über die Schillerstadt hinaus nach Backnang zu nutzen.

2007 konnte das teuerste Hochbauvorhaben der Gemeinde, die Sporthalle in der Au, ihrer Bestimmung übergeben werden. Als Höhepunkte der bislang stattgefundenen Sportereignisse sind die Deutschen Meisterschaften der Männer im Freistilringen 2010 und seitdem die Bundesligavorbereitungsspiele im Handball zu nennen.

2011 begann auch die Sanierung der Gemeindehalle: Im Jahr 2013 wurde die für 4,5 Millionen Euro sanierte Gemeindehalle mitsamt angebauter Gastwirtschaft („Bürgerschenke“) seinem ursprünglichen Zweck übergeben. Nun können in einem großen Saal sowie in zwei Übungsräumen sportliche aber auch kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden.
Im März 2014 wurden das Baugebiet „Seelach“ und das Gewerbegebiet „Bild III“ zur Bebauung freigegeben. Während das Baugebiet „Seelach“ 7,4 ha Fläche aufweist, kann im Gebiet „Bild III“ auf 4,5 ha Gewerbe ansiedeln. Weiterhin wurde auf 5.200 m² ein Bewegungspark zwischen den Gebieten Seelach und Steinlanden-Süd errichtet. Er bietet Möglichkeiten für sportliche Übungen, sowie auch zum Verweilen. Eines der ersten Gebäude, das im Baugebiet „Seelach“ errichtet wurde, ist die Kindertagesstätte „Seelach“, die im Jahr 2015 bezogen wurde.

Trotz der raschen Entwicklung, die die Gemeinde in den letzten 50 Jahren genommen hat, ist Benningen ein Ort geblieben, der sich seine Individualität erhalten konnte. Seine schöne Lage am Südufer der großen Neckarschleife, die gegenüberliegenden Weinbergsteillagen und die umliegenden Felder und Streuobstwiesen garantieren eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Durch die S-Bahn besteht ein attraktiver Nahverkehrsanschluss an den Großraum Stuttgart. Mit der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes Richtung Ludwigsburg-Hoheneck stehen auch für die nächsten Jahre attraktive Gewerbeplätze zur Verfügung.

Die Gemeinde Benningen am Neckar kann auf eine inhaltsreiche Vergangenheit zurückblicken, sie ist aber trotzdem ein junger, aufstrebender Ort, in dem sich jeder wohl fühlen kann.

Weitere Informationen

Literatur:

"Benningen in alten Bildern"
Verkauf im Rathaus und im Museum im Adler

Kontakt

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