



Freilichtanlage und Teilstück einer Römerstraße, Weihesteinen und Jupitergigantensäule. Der Präzeptor der Marbacher Lateinschule Simon Studion entdeckte 1579 in einem Weinkeller einen ins Mauerwerk eingebauten römischen Weihestein. Er veranlasste Grabungen in Benningen. Dies waren die ersten Ausgrabungen auf württembergischem Boden. Die Funde bildeten den Grundstock des Stuttgarter Lapidariums.

Friedhof, wurde im "Pestjahr" 1626 außerhalb des Ortes angelegt, da der Kirchhof nicht ausreichte. 1629 baute man die Friedhofsmauer. Die Kapelle wurde 1947 aus den Steinen des gesprengten Eisenbahnviaduktes errichtet. Der Benninger Friedhof ist ein Naturdenkmal. Die Birken der Allee sind Schlaf- und Ruheplätze von Waldohreulen.

Ehemaliges Schulhaus, 1783 auf den Grundmauern des alten Schulgebäudes erbaut. Es wurde bis 1954 als Schulraum genutzt, seit 1982 DRK-Vereinsheim.

Spätromanische Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert mit
wehrhaftem Chorturm und hoch ummauertem Kirchhof. Das Kirchenschiff wurde 1527
vergrößert und das Zeltdach des Turmes 1846 nach einem Blitzschlag
erneuert. Der Turm ist 45 m hoch.
In der Kirche hängen 14 Emporenbrüstungsbilder, die 1695 von Benninger
Bürgern gestiftet wurden. Über dem Altar ist ein Kruzifix (16. Jahrhundert)
eines unbekannten Künstlers. Der Taufstein aus dem Jahre 1481 wurde Mitte
des 19. Jahrhunderts erneuert.
Schulstraße 4, Hof der Küferei Breymeier. Eduard Mörike spricht in seinem Gedicht "Erinnerungen" (1822) von diesem Hof. Hier las er seiner Cousine und Jugendliebe Clärchen Neuffer aus dem "Robinson" vor, während sein Onkel in der Kirche Kinderlehre abhielt.

Kirchhofmauer der alten Wehrkirche, die 1969 erneuert wurde. Sie umgab die ganze Kirche und bot in Kriegszeiten der Bevölkerung Schutz. Davor standen ein Backhaus und eine Schmiede. Links oben in der Mauer ist ein mittelalterlicher Neidkopf, wohl einem Scharfrichter nachempfunden, der zu einem Schandpfahl in unmittelbarer Nähe hinüberschaute.

Evangelisches Pfarrhaus, das 1612 nach Plänen des herzoglichen Baumeisters Heinrich Schickhardt erbaut wurde. August von Pauly (1796 - 1845), berühmter Archäologe und Theologe, und Clara Neuffer (1804 - 1837), Cousine und Jugendliebe Eduard Mörikes, wurden in diesem Haus geboren. Das Pfarrhaus ist 1919 grundlegend renoviert worden.

Schnitzhof, im 17. Jahrhundert auch "Loserhof" genannt, war einst mit Mauer und Tor an die Wehrmauer der Kirche angebaut. Er war ein Fron- und Herrenhof der Hacken von Hoheneck, 1291 als "Wendershof" zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zu diesem Hof gehörte ein bedeutender Grundbesitz. Über der Haustür steht die Jahreszahl 1592. Der Hoftorbogen wurde im 17. Jahrhundert erneuert. Er zeigt die gleichen Steinmetzarbeiten wie der Torbogen des Gasthauses zum Adler.
Nr. 15, "Schwalbennesterhaus", auch "Bedhaus"
genannt, mit Hunderten von Schwalbennestern an der Giebelseite. Das Wort "Bede"
bedeutete "erbetene Unterstützung", wurde aber auch im Sinne
von Steuer oder Abgabe gebraucht.
Nr. 17, "Oberes Torhaus", auch "Berwarthhaus"
genannt, erbaut auf den Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert.
Nr. 19, "Küferei und Wirtschaft zum Fass in der großen
Gass beim Bronnen". Vor dem Haus waren viele Fässer aufgereiht.
Alle drei Häuser mussten aufgrund der Ortskernsanierung abgerissen werden.

Gasthaus zum Adler, 1630 von Melchior Hirschmann und seiner Frau Gertrauda als Schilderwirtschaft erbaut. Schwäbisches Mittelganghaus mit großem Gewölbekeller und Rollwerksmalerei aus dem 17. Jahrhundert. 1986 wurde das Haus restauriert und 1989 ein volkskundliches Museum mit Themen zur Alltagsgeschichte sowie eine Römerabteilung eingerichtet.
Dieses Haus wurde anno 1615 als Schlafhaus der Gemeinde Benningen erbaut. Es blieb 1684 vom großen Brand in Benningen verschont. 1821 verliebte sich Eduard Mörike in die Benninger Pfarrerstochter. Er ist bei seinen vielen Spaziergängen mit Clärchen oft am alten Schlafhaus vorbeigegangen. 1954 wurde das Haus zur Getreidemühle umgebaut, 1985 restauriert und das 370 Jahre alte Gebäude zum heutigen Hotel "Mühle" umgebaut.

Altes Rathaus, erbaut 1600. Im Untergeschoss war rechts vom Eingang das Wachlokal für Nachtwächter und Scharwachen, später auch für die Polizei, links Lagerraum für Feuerwehrgeräte. Der breite Treppenaufgang führte in die Amtsräume und zum Sitzungssaal. Bis 1937 wurde das Haus als Rathaus genützt, 1987 restauriert. Heute ist es großes Bürgerhaus mit Seniorenbegegnungsstätte und Räumen für den Jugendclub.
Kelter, wurde 1603 an das Rathaus angebaut, mit großem, freitragendem Dachstuhl und vier Werksteintorbogen für Ein- und Ausfahrten. Die Kelter war bis 1881 Eigentum der Benninger Weinbergbesitzer und war mit vier Kelterbäumen ausgestattet. Heute ist sie großer Bürgersaal für die Gemeinde.
Backhaus, 1842 erbaut. Es wurde 1983 renoviert und mit einem neuen Ofen ausgestattet. Hier wird regelmäßig von der Backhausgemeinschaft e. V. gebacken.

Römische Göttin des Überflusses, Bronzefigur, Bronzeguss, 1990 von Martin Kirstein, Bildhauer in Winnenden, geschaffen.
Brückenhaus, ehemaliges Zollhaus für die überdachte Neckarbrücke, die 1785 erbaut wurde und bis 1945 bestand. Noch im vorigen Jahrhundert wurden ihre Tore bei Nacht geschlossen. Die Holzbrücke war Treffpunkt der Benninger Jugend, auf ihr wurde sogar nach Mundharmonikamusik getanzt. Nach der teilweisen Zerstörung bei Kriegsende wurde sie Anfang der 50er Jahre entfernt und durch die heutige Brücke ersetzt.

Ehemaliges Gasthaus zum Hirsch. Ein Eichenpfosten trägt die Jahreszahl 1540. Vor dem Gasthaus befand sich der Hirschbrunnen, einer der fünf Pumpstationen des Ortes. Das jetzige Gebäude geht auf das Jahr 1759 zurück.
Hier befand sich der zweite Fron- und Herrenhof des Ortes, der Veringenhof. Zu diesem Hof gehörte ein großer Grundbesitz. 1351 schenkte Katharina von Veringen ihren Vettern, den Grafen Eberhard II. und Ulrich IV. von Württemberg, für erhaltene Unterstützung ihre Besitzungen in Benningen. Der Hof musste 1987 abgerissen werden.
Früh verwaist wuchs Gottlieb Storz (1852 - 1939) bei Pflegeeltern auf. Er erlernte das Küferhandwerk und wanderte nach Amerika aus. Vom Küfer über Braumeister zum Brauereibesitzer in Omaha gelangte er zu Reichtum. Er war in schweren Zeiten der Wohltäter für seine alte Heimatgemeinde und wurde 1922 zum Ehrenbürger ernannt.