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Römerkastell

Römisches Weltreich

Römerkastell

Die Römer errichteten um 85 n.Chr. entlang des heutigen Flusses Neckar eine Kette von Militäranlagen, die bis zur östlichen Erweiterung Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus die Reichsgrenze der Provinz Germania superior bildete. Diese Neckarlinie, genannt Neckarlimes, wurde durch Kohortenkastelle befestigt. Die Infotafel neben der Römerstraße am Rathaus zeigt den Verlauf des Neckarlimes. Eines dieser Kastelle konnte am Ostrand des jetzigen Benningen nachgewiesen werden. Die Infotafel am Ende der Studionstraße zeigt das Steinkastell von 145 n. Chr. mit dem röm. Vievs. Die Römer bauten nach den heutigen Erkenntnissen zuerst ein Erde-Holzkastell und haben es bis 145 n. Chr. mit Türmen, Toren und Umfassungsmauern aus Stein ersetzt. In dem etwa 2,2 ha großen Kastell war die Cohors XXIIII. Vol.civ. Rom. (24. Kohorte der freiwilligen römischen Bürger) stationiert. Damit war das Gebiet am Neckar seinerzeit die Grenze des römischen Weltreiches.

Um 150 n.Chr. wurde die Reichsgrenze vom Neckar ca. 25 km nach Osten vorgerückt und dort eine neue, schnurgerade Grenzpalisade erstellt. Gleichzeitig wurde die 24. Kohorte nach Murrhardt in Richtung Schwäbischer Wald verlegt. Geblieben ist über ein Jahrhundert lang die bürgerliche Siedlung, die sich westlich des Kastells bei der Römerstraße befand. In den Jahrhunderten danach geriet das Kastell, das bis auf seine Grundmauern abgetragen wurde, immer mehr in Vergessenheit.

Im Jahr 1579 entdeckte der Marbacher Lateinlehrer Simon Studion in der Wand eines baufälligen Weinkellers in Benningen einen römischen Altar. Diesem von ihm geborgenen Stein folgten bald noch weitere, die der Gelehrte an den Herzog Ludwig nach Stuttgart schickte. Diese römischen Altertümer bildeten den Grundstock der fürstlichen Kunstkammer und stellen den ältesten Sammlungsteil des heutigen Württembergischen Landesmuseums (Lapidarium) in Stuttgart dar. Simon Studion ist der Vater der Archäologie in Württemberg.

Eine "Limeskommission"

Die (Wieder-) Entdeckung des Benninger Kastells erfolgte indes erst dreihundert Jahre später. 1877 hatte die württembergische Regierung eine "Limeskommission" zur Erforschung der römischen Militäranlagen im Lande eingesetzt. Ihr gehörten neben Historikern auch Offiziere an. Es war besonders General Eduard von Kallee, der 1886 aus den Aufzeichnungen von Simon Studion erkannte, dass es sich bei den dort angegebenen Mauerzügen um ein Kastell handeln musste. Nachdem die Römer im Abstand von etwa 15 km eine solche Einrichtung bauten, war nunmehr das "fehlende Kastell" in der Neckarlinie Köngen-Cannstatt-Benningen-Walheim-Böckingen-Wimpfen gefunden worden. Die im Jahr 1892 eingesetzte deutsche Reichslimeskommission ließ im Jahr 1898 durch Adolf Mettler das Benninger Kastell mittels punktueller Ausgrabungen untersuchen. 1970 fanden zuletzt eingehendere Untersuchungen statt.

Auch heute sucht man das Benninger Kastell vergebens. Dieses ist auch weiterhin im Gewann "Auf der Bürg" sicher im Erdreich gelegen. Wer mit der Eisenbahn von Benningen nach Marbach reist, fährt wenige Meter vor dem großen Eisenbahnviadukt über die Südspitze des Kastells.

Eine Infotafel zeigt die Lage des Eckturms in der Bahnhofstraße Gegenüber der Einmündung zur Goethestraße.

www.neckarlimes.de