



Im Jahr 779 wurde Benningen zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Graf Kunibert schenkte seine Besitzungen in Benningen dem Kloster Fulda.
Doch schon in der Jungsteinzeit war dieser Ort am Südufer des Neckars
besiedelt. Bodenfunde aus dieser Zeit, ebenso aus der Bronze- und Eisenzeit,
belegen dies. In diesem Raum lebte der Volksstamm der Kelten, die auch dem
Fluss den Namen
"Neckar" gaben.
85 n. Chr. besetzten die Römer das Land und errichteten hier ein Holzkastell, um 100 n. Chr. ein Kastell aus Stein. Die 24. Kohorte der freiwilligen römischen Bürger (Cohors XXIV Voluntariorum Civium Romanum) unter dem Befehl des Publius Quintius Terminus tat hier ihren Dienst. Neben dem Kastell entstand ein ziviles Lagerdorf mit Händlern, Handwerkern, Wirten, Bauern und Angehörigen der Soldaten.

150 n. Chr. verlegten die Römer den Limes weiter nach Osten, die 24. Kohorte verließ das Benninger Kastell und zog nach Murrhardt. Das Lagerdorf aber blieb bestehen, die Mauern des Kastells trug man nach und nach ab und verwandte die Steine zum Hausbau. Über die Jahrhunderte vergaß man, dass die Römer an diesem Ort ein Kastell errichtet hatten.
Um 259/60 n. Chr. eroberten die Alemannen das Land. Die Sweben,
später Schwaben genannt, siedelten sich hier im Raum an. Einer ihrer Sippenführer
war Bun(n)o, von ihm hat der Ort seinen Namen. Seine Sippe nannte man "die
Bunninge", daraus wurde "zu den Bunninge". Im Laufe der Jahrhunderte
wandelte sich das "u" zu "ü", dann zu "i".
Erst zwischen 1740 und 1810 bildete sich der Name Benningen.
Als die Franken im 8./9. Jahrhundert die Oberhoheit in diesem
Gebiet erlangt hatten und mit ihnen das Christentum kam, erhielt der Ort seine
erste Kirche. Im 12. Jahrhundert wurde der einfache Holzbau
durch eine Kirche aus Stein ersetzt. Um 1500 wurde das Kirchenschiff vergrößert
und erhielt seine heutige Gestalt.
1351 überließ die verarmte Katharina von Veringen ihre Besitzungen in Benningen zum Dank für erhaltene Unterstützung ihren beiden Vettern, den Grafen Eberhard II. und Ulrich IV. von Württemberg. 1497 ging ganz Benningen in den Besitz des Herzogtums Württemberg über.

1579 entdeckte Simon Studion, Präceptor an der Marbacher Lateinschule, einen römischen Weihestein, der in die Wand eines Weinkellers eingemauert war. Simon Studion veranlasste Ausgrabungen und zeichnete die ersten Pläne der Bodenfunde. Doch erst 1889 erkannte man durch gezielte Grabungen, dass es sich bei den Mauerzügen um die Überreste eines Kastells handelte.
Im Jahr 1600 baute man das erste Rathaus in Benningen, 1603 wurde die große Kelter angebaut. Heute ist dieser schöne Fachwerkbau Treffpunkt für kulturelle und auch private Veranstaltungen. Die Seniorenbegegnungsstätte und der Jugendclub finden Platz unter seinem Dach. Beim Bau des Rathauses 1971 gelang es, ein Teilstück einer römischen Straße freizulegen. Dieses Straßenstück konnte erhalten werden und ist heute offen zugänglich. Die Funde, die beim Rathausbau entdeckt wurden, sind in einer kleinen frühgeschichtlichen Abteilung des Museums im Adler ausgestellt.

Im Dreißigjährigen Krieg musste man auch in Benningen schwere Verluste hinnehmen. 1626 fielen so viele Bürger der Pest zum Opfer, dass ein neuer Friedhof außerhalb des Ortes angelegt werden musste; der Kirchhof oberhalb der Wehrmauer war zu klein. Heute liegt der neue Friedhof mitten im Ort und ist wegen seiner dort nistenden Waldohreulen ein Naturdenkmal.
1630 erbaute Melchior Hirschmann das Gasthaus zum Adler, nachdem Benningen schon seit 1618 eine Brücke besaß, wodurch der Ort auch für Durchreisende attraktiv wurde. Das Gasthaus zum Adler war die erste Schildwirtschaft am Ort, der Wirt durfte auch beherbergen und nicht nur verköstigen. Heute ist in diesem Gebäude das volkskundliche Museum im Adler mit Themen aus der Alltagskultur.
1693 fielen die Franzosen ein, brannten Marbach nieder und richteten auch in Benningen großen Schaden an. Das Kirchenbuch, als wichtigstes Dokument des Ortes, hatte man zur Sicherheit in Marbach eingelagert. Es verbrannte mit allen anderen.

1785 - 87 baute man in Fronarbeit eine überdachte Neckarbrücke, die bis 1945 bestand. Durch Sprengungen halb zerstört, wurde sie Anfang der 50er Jahre abgerissen und durch die heutige Spannbetonbrücke ersetzt.

Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten viele Benninger Bürger
aus, um der Armut und der Not zu entgehen. Die meisten gingen nach Nordamerika,
um dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Unter ihnen war auch Gottlieb
Storz, ein junger Küfergeselle, der in Amerika zu großem Reichtum
kam. Er spendete für seine alte Heimatgemeinde im Laufe seines Lebens
so viel, dass er zum Ehrenbürger ernannt wurde.
1876 wurde die Eisenbahnlinie Marbach-Bietigheim gebaut. Dies bewirkte eine
schnelle Entwicklung der Gemeinde, denn nun siedelten sich handwerkliche und
industrielle Betriebe an. Aus dem ursprünglichen Weingärtner- und
Bauerndorf wurde eine Gewerbe-, Industrie- und Wohngemeinde.

Trotz der raschen Entwicklung, die die Gemeinde in den letzten 50 Jahren genommen hat, ist Benningen ein Ort geblieben, der sich seine Individualität erhalten konnte. Seine schöne Lage am Südufer der großen Neckarschleife, die gegenüberliegenden Weinbergsteillagen und die umliegenden Felder und Streuobstwiesen garantieren eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Durch die S-Bahn besteht ein attraktiver Nahverkehrsanschluss an den Großraum Stuttgart. Mit der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes Richtung Ludwigsburg-Hoheneck stehen auch für die nächsten Jahre attraktive Gewerbeplätze zur Verfügung.
Die Gemeinde Benningen am Neckar kann auf eine inhaltsreiche Vergangenheit zurückblicken, sie ist aber trotzdem ein junger, aufstrebender Ort, in dem sich jeder wohl fühlen kann.
"Benningen in alten Bildern"
Verkauf im Rathaus und im Museum im Adler